Folkmusik statistisch gar nicht erfasst?

Es ist schwer, den Folk zu benennen. Zu unterschiedlich sind die Definitionen. Zu weitläufig lassen sich viele Musikstile als “Folk” zusammenfassen.

Auf der Suche nach ersten Statistiken und Zahlen, um den Folk in der Welt der Musik wiederzufinden, geschweige denn, ihn einzuordnen, stieß World of Folk auf erste Stolpersteine. Oftmals wird der Folk im Gegensatz zu “Rock” oder “Classic” gar nicht als eigene Musikrichtung geführt. Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) beispielsweise führt die Musikrichtung “Folk” in seiner Statistik “Bevorzugte Musikrichtungen nach Altersgruppen” (PDF) überhaupt nicht auf.

World of Folk hat daraufhin selbst Zahlen gesammelt und tabellarisch zusammengefasst. In der Tabelle der Music Tags bei MusicBrainz taucht der Begriff “Folk” im Ranking erst an 16. Stelle von 200 Begriffen auf, während an erster Stelle “Rock” steht. Der Begriff “Folk Rock” erscheint erst an 48. (bzw. 101.; er wird in unterschiedlicher Schreibweise zweifach aufgeführt) Stelle, noch hinter “Hip Hop”.

Im Ranking der am meisten verwendeten Music Tags bei LastFM steht “Folk” erst auf Platz 8, noch hinter “Ambient”. Und bei Amazon.de scheint es nicht wirklich klar, was “Folk” eigentlich ist. Auf den Top 114 der Musikrichtungen bei Amazon.de taucht die Kategorie “Irish & Celtic Folk” zunächst an Platz 33 auf, “Folk-Rock” erscheint auf Platz 43, “Amerikanischer Folk” auf Platz 52, “Moderner Folk” auf Platz 62, der bedeutende “Traditional Folk” erst an Platz 91, “Folk-Pop” auf Platz 103 und fast am Schluss landet “English Folk” auf Platz 108.

Wo siedelt sich der Folk an?

Bemerkenswert ist, dass als große Ausnahme unter den bedeutenden Musik-Portalen und Unterhaltungsplattformen das MUSIC SHOWCASE von BBC dem Bereich Folk eine ganze Hauptkategorie widmet. BBC hat hier ca. 2000 Musikvideos auf ca. 65 Seiten zusammengestellt. Ebenso widmet das große kommerzielle Musik-Portal AllMusic dem Folk eine eigene Hauptkagetorie. Dass Folk im gleichen Atemzug mit Rock, Classic oder Hip-Hop genannt wird, scheint dennoch selten zu sein.

Eine schöne, wenn auch nicht wissenschaftlich ganz korrekte Visualisierung der Musik-Genres hat Owen Mitchell, DJ aus Australien erstellt. Sein “Music Family Tree”, Stammbaum der Musik, zeigt eindrucksvoll, wie er die Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Musikrichtungen wahrnimmt. Mitchell bildet zunächst aus den Richtungen “Western Art”, “Celtic”, “Acfrican”, “Latin” und “Asian” fünf Hauptäste, die er immer feiner in Zweige und noch kleinere Zweige gliedert und hier und da mit anderen Musikrichtungen wieder verschmelzen lässt. Als Ursprung aller Musikrichtungen überhaupt setzt Mitchell in seiner Grafik den Folk!

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Eine Antwort zu “Folk ist der Urknall der Musik!”

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