Der Sonntag begann früh mit Armin Metz im Garten des Schillerhauses (ein toller Ort für Konzerte!). Armin Metz kannten Joe und ich schon von einem anderen Festival aus 2013 und freuten uns sehr, ihn wieder live sehen zu können. Bei einem Radler unter einem schattenspendenden Baum ließ es sich auch gut aushalten.

Am frühen Nachmittag strandeten wir auf dem Markt; zunächst in einer schattigen Lücke zwischen Essensständen, später zog es dann erfreulicherweise zu und wir konnten uns vor die Bühne sezten. Dort überraschten uns zwei Bands und wurden zu weiteren Festival-Highlights:

Als erstes sahen wir Veseli Vujky, eine wirklich richtig gute Band aus der Urkaine. Übersetzt bedeutet der Bandname soviel wie „lustige Burschen“. Die Band hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Traditionen der urkainischen Volksmusik aufzugreifen. Interessanterweise nicht, weil sie in Vergessenheit geraten und niemand sich mehr für sie interessieren würde. Nein, vielmehr ist es so, dass die jungen Menschen in der Urkraine sich sehr für ihre Volksmusik interessieren. Sie erleben sie als Symbol der Gemeinschaft. Ihre Musik ist mordern, rockig und lud zum Tanzen ein. Diese Band hat uns wirklich noch einmal wach gemacht für den letzten Festival-Nachmittag und die anstehende Heimfahrt.
Danach trat das Manol Radichev Folk Ensemble auf – Folklore aus den Rhodopen steht da im TFF-Programm. Rhodopen…Rhodo…wen? Wie gut, dass das Programmheft des TFF so umfangreich und herausragend ausgearbeitet ist. So erfährt der interessierte Leser und Hörer nämlich direkt, dass die Rhodopen ein Gebirge im Süden Bulgarien sind, das auch ein bisschen zu Griechenland gehört (also das Gebirge, nicht Bulgarien!). Die Gruppe tanzt alte traditionälle Gruppentänze, Männer und Frauen getrennt und doch miteinander. Begleitet werden die Tänzer von drei Dudelsackspielern – zwei gestandenen Bulgaren und einem kleinen, vielleicht elfjährigen Mädchen. Herrlich. Beim Zuschauen vergaß ich völlig, dass ich auf einer Holzbank auf einem Markplatz in Thüringen saß. Ich war entführt worden – nach Bulgarien, irgendwo in das Rhodopen-Gebirge.

Abschließend beschlossen wir dann doch noch den Aufstieg zur Heidecksburg. Dort spielte am späteren Nachmittag June Tabor zusammen mit der Oysterband. An einer schattigen Burgmauer machten wir es uns gemütlich, tranken eine Tasse wirklich guten Kaffees und lauschten June, die in ihrer tiefen Stimme den Hof erfüllte.

Und danach machten wir uns auf…verabschiedeten uns für dieses Jahr Stück für Stück von der Stadt, der Musik, dem Mutzenbraten und packten unsere sieben Sachen, sanken erschöpft zuerst in unsere Autositze, später, nach einer langen Fahrt mit Starkregen und starken Windböen, in unser kuscheliges Bett.

Wir sagen DANKE an Rudolstadt! Danke für ein wundervolles Festival 2014. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

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