Am Freitag besuchten Mina und ich die internationale Musikmesse 2015 in Frankfurt. Nachdem wir mit Hans Eckert sprachen, der gerade die Firma RISA Musical Instruments auf ihrem Messestand unterstützte, erzählte uns Barbara Sauer über die die Anfänge des Unternehmens.

Rigk’s Idee mit dem “Stick”, der Ukulele im Handgepäck-Format, war der erfolgreiche Start des Unternehmen RISA.

Wir sind mit drei, vier “solcher Sticks” hier auf die Messe gekommen, 2002. Und danach war die Nachfrage so groß, dass wir erst mal einen Business-Urlaub auf Hawaii machen mussten, um sie dort zu vertreiben. Mein Mann hat dort 50 Stück seiner selbst erfundenen Ukulele-Instrumente in die dortigen Läden gebracht.

Und dort haben wir James Hill kennen gelernt, einen begnadeten Ukulelen-Spieler.

Wir haben wirklich im Kleinen angefangen. Mit den zwei Instrumenten sind wir auf die Messe gekommen: Der Stick und mit dieser E-Ukulele. Das gab’s damals noch gar nicht.

Und das sind beides die Instrumente, die Rigk entworfen und gebaut hat?

Das ist unser Design, ja. Unser Firmenzeichen ist noch immer an das Design dieser E-Ukulele angelehnt. Ich bin ja Grafikerin und mache das mit meinem Mann zusammen. Inzwischen kam zu dem Logo noch eine Blume hinzu, um dies etwas Hawaiianischer zu gestalten.

Zweite selbsterfindungAls wir 2002 hierher kamen, waren wir die einzigen Beiden, die jahrelang ausschließlich Ukulelen ausstellten.

Zu unserem Geschäft zählt sehr viel Öffentlichkeitsarbeit. Wir haben schon viele Festivals besucht und organisieren Festivals auch selbst. Das größte europäische Ukulelen-Festival vor vier Jahren haben wir gemeinsam mit der Stadt Groß-Umstadt organisiert. Wir haben ungefähr 15 – 20 Künstler aus der ganzen Welt, also Ukulelen-Spieler, -Bands und -Gruppen eingeladen. Vier Tage lang ging es nur um Ukulelen. Wir haben draußen gesessen und gejammt. Ich hatte Aloah-Ketten besorgt, das Wetter spielte mit. Workshops gab es – bis hin zu Hula-Workshops.

Was daran so schön ist, ist, dass das Instrument gute Laune versprüht. Wir verkaufen ja Tausende in die ganze Welt, aber es hat trotzdem diesen Hawaii-Spirit.

Mein Mann ist ja eigentlich Maschinenbauer. Und dann hat er das nebenbei entwickelt. Und irgendwann hat sich das so gut verkauft, dass wir sagten, wir machen das jetzt hauptberuflich. Inzwischen haben wir ein eigenes Firmengebäude ganz in der Nähe von Frankfurt. Das ist wirklich schön.

Als Familienbetrieb sind wir viel zusammen und viel unterwegs. Auf Messen – in Shanghai, war mein Mann jetzt;  denn wir lassen eine der Serien in China fertigen. Er fährt hin, um die Qualitätskontrolle zu machen. Das ist dort eine ganze andere Welt, aber spannend.

Uns war total wichtig, dass dort auch vernünftig gearbeitet wird in Bezug auf Arbeitsschutzmaßnahmen und so weiter. Da haben die ganz schön aufgeholt. Die sind da ganz fortschrittlich. Und in dem Werk in Shenzhen hat mein Mann alle Werkstätten besichtigt bis hin zu Lackierarbeiten, Abzugsanlagen… Man muss bei Produkten aus China auch ein gutes Gefühl haben.

Ukulenenständer

Wie viele Ukulelen verkauft ihr im Jahr?

Viele, Containerweise, drei vier Container im Jahr. Wollen Sie Rigk fragen? Er weiß es. 17.000 Stück pro Jahr, sagt er. Nach der Messe natürlich mehr. Vor allem, nach eurem Blog-Beitrag. (lacht)

Wie viele Mitarbeiter habt ihr denn?

Wir sind vier Festangestellte und wir haben jede Menge Freelancer. Wir haben Versandleute, die uns helfen. Den Vertrieb machen wir von hier aus. Manchmal haben wir auch Schüler, die sich ein paar Euros dazu verdienen, wenn ganz viel los ist. Dann natürlich Hans, der ist als Selbstständiger bei uns beschäftigt, auch nach Bedarf. Das ist ganz unterschiedlich. Das halten wir flexibel.

Macht ihr das Ukulele-Festival eigentlich nochmal?

Ja, wir haben bis jetzt ein großes veranstaltet, ein kleines und wir planen für nächstes Jahr. Aber Plastik wasserfeste Ukulelewir möchten das wieder mit der Stadt Groß-Umstadt zusammen machen. Erstens, weil das so gut funktioniert und weil sie auch die Ukulelen-Stadt Deutschlands genannt wird. (lacht)

Ja, das ist echt lustig. Der Bürgermeister spielt selbst Ukulele. Wir haben auch Ukulelen-Projekte in den Schulen. Marion Braun macht AGs für Ukulele an der Heubacher Schule. Das fing so an: Rigk hatte mit Marion zusammen, als unser Sohn in der vierten Klasse war, Ukulelen-Schulunterricht gemacht, als Pilot-Projekt. Wir haben dazu einen Klassensatz Ukulelen gespendet. Die sind noch in der Schule. Die Kinder spielen noch immer auf diesen Ukulelen.

So konnte eine ganze Klasse Ukulele vorspielen und die Kinder waren so stolz, weil sie das so wahnsinnig schnell erlernten. So fing das an. Jetzt macht Marion auch AGs und hat immer wieder Leute, denen sie die Ukulele vermittelt.

Das ist ja toll.

Die Kinder kommen auch zu uns. Wir sind ja in dem selben Ort, in Heubach (Odenwald). Die Kinder besuchen uns oder besichtigen die Firma. Sie kriegen dann Hawaii-Ketten geschenkt oder Aufkleber. Ja, das lebt richtig.

Was würden Sie denn gerne unseren Lesern noch zum Schluss mit auf den Weg geben?

Wenn wir das Ukulelen-Festival wieder machen, dann wieder in Groß-Umstadt. Da kommen auch die Leute, die in den Ukulelen-Clubs sind. Es gibt ja in Deutschland jetzt Ukulelen-Clubs, die sich regelmäßig treffen. In Frankfurt gibt es einen sehr großen, Ian Händschke macht das.

Es gibt eine immer größere Fan-Gemeinde, die wächst ungemein. Aber ich kann immer noch nicht richtig spielen. (lacht)

Vielen lieben Dank für Ihre ausführlichen Erzählungen. Es hat uns sehr gefreut.

Weitere Infos

  • https://www.ukulele.de
  • https://www.facebook.com/risaukulele
  • https://twitter.com/risa_ukulele
  • https://www.youtube.com/user/ukuleledotde

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Eine Antwort zu “Musikmesse 2015: Interview mit RISA – Ukulelen aus Hessen”

  1. Hat dies auf Aig an taigh rebloggt und kommentierte:

    Und hier ein zweiter Bericht von der Musikmesse in Frankfurt.
    Dieses Mal ein Interview mit Barbara Sauer, die uns mehr über das Unternehmen der hessischen Ukulelenbauer erzählt.

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