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Ob so ein Elch ruft? “Wör” sind aus Belgien. Fünf junge Musiker mit Witz und Charme bringen ihr erstes Album “Back to the 1780’s” heraus. Schauen wir uns für diese Zeit die literarischen Epochen an, so begegnen uns hier Aufklärung, Empfindsamkeit und Sturm und Drang – durchaus Schlagwörter, mit dem sich das Album beschreiben ließe.

Aber zurück zur Musik. Die CD ist in einem schmalen Karton eingefasst. Im ersten Eindruck überzeugt Wör schon optisch durch ihr schlichtes, weißes Design. Keine Grafiken sondern hochwertige Fotografien wurden verwenden. Naomi Vercauteren (Violine) und die vier Jungs Fabio Di Meo (Bariton und Sopransaxophon), Pieterjan Van Kerckhoven (Dudelsäcke, Musette und Sopransaxophon), Bert Ruymbeek (Akkordeon) und Jeroen Knapen (Gitarre) wollen mit Folkmusik aus den 1780er Jahren die Leute begeistern. Ihrem Albumtext nach lieben und spielen die Flamen diese Musik noch heute.

Ihr erstes Stück lädt auch schon gleich zum Tanz ein. Nicht wenig verwunderlich, spielen die Fünf doch Bal Folk, und das mit verdammt viel Lebensfreude. … Und was ist schon naheliegender – den zweiten Track beschreiben sie just mit den Worten “2 party tunes”.

Und doch ist es anders als klassischer Bal Folk. Wör arrangieren, wählen die Töne bewusst aus. Knackig auf Trab gehalten vom Saxophon, oft deutlich führend vom Dudelsack, glasklar begleitet von Gitarre, Akkordeon und den übrigen Instrumenten. Wör verstehen es, Tunes Charakter zu geben, sie wie eine Figur zu erschaffen und zu gestalten. Lauscht man länger, fängt diese Figur sich rasch an zu bewegen, um gleich darauf zu Tanzen, ganz wie es ihrem Wesen entspricht.

Ob es an der Jahreszeit liegt? Klingt das bedächtige Lied “Zezero” ihres Albums doch fast weihnachtlich. Es scheint umherzuschweifen, durch die Wälder, fort über die Hügel, weit hinaus. Mein Lieblingsstück ist übrigens Track 10 “Lavandière”. Beschwingt, zutraulich, ein echt tolles lebendiges Tanzstück. Das Album endet mit einem tragenden von Dudelsack geführten Stück und klingt zum Ende hin angenehm aus.

IMG_0952aEin sehr gelungenes Album der belgischen Folkmusik-Grupppe ist es geworden. Wör spielen abwechslungsreich und bunt und doch deutlich und klar. Jedes Instrument ließe sich greifen. Auf einem Ihrer Videos spielen Wör übrigens auf einer Bühne, sie geben ein Konzert, ohne Tanzboden, sondern “klassisch” mit sitzendem Publikum. Es scheint, sie wollten ihre Musik deutlich über die Folkszene hinaus in die Welt tragen. Mitreißend!

Die nächsten Konzerte von Wör:

  • 20/11  ‘t Smiske – Asse
  • 21/11 ‘t Folk – Dranouter

Weitere Infos auf der Künstlerwebsite.


Time travelling with bagpipe and saxophone

Is this like an elk is roaring? “Wör” are from Belgium. Five young musicans with fun and charm releases their first album “Back to the 1780’s”. If we are looking to this German literary age, we will discover the “Age of Enlightenment”, “Sentimentalism” and “Storm and Stress” – quite good keywords for describing this album.

However, let’s talk about folk music. The disc is covered by a slim carton. Just at the first look Wör win over by their simple white design. No graphics but only high-quality photographs are used. Naomi Vercauteren (violin) and four guys, Fabio Di Meo (baritone and soprano saxophone), Pieterjan Van Kerckhoven (pipes, musette and soprani saxophone), Bert Ruymbeek (accordion) and Jeroen Knapen (guitar) want to delight with folk music from the 1780’s. As they wrote in their album the Flemings are loving and playing this tunes by today.

Just the first tune is immediately asking for a dance. Not surprising, because they five play Bal Folk with much zest for life. And that also fits, the second tune is just called “2 party tunes”.

And yet Wör makes music a bit different than classical Bal Folk. They are arranging, they are choosing the sounds in question. Snappy on the go by saxophone, leading by bagpipe many times, accompanied by guitar and accordion in a crystal clear way. Wör has gotten it to give tunes an own character and to create and form tunes like creatures. Listening to it a little while, the creatures begin to move, just starting to dance like it is in its own.

Maybe it is caused by time of this year, but the slow tune “Zezero” of Wör’s album sounds a bit like Christmas. It seems to wander through the forests, over the hills and far away. By the way, track 10 called “Lavandière” is my favourite. Exhilarating, trusting, really a good vital dancing tune. The album ends with a supporting tune, leaded by a bagpipe and it fades out nicely.

It is really an excellent album what the Belgian folk music band has made. Wör are playing varied and colourful, but even loud and clearly. Each instrument seems to be within one’s reach. In one of their video Wör are playing on stage. They are performing without a dance floor, but “classical” in front of a sitting audience. Maybe they want to carry their music far over the borders of the folk music scene. Intoxicating!

Wör in concert on:

20/11  ‘t Smiske – Asse
21/11 ‘t Folk – Dranouter

Weitere Infos auf der Künstlerwebsite.


Beitragsbild: © Wör

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