Das Instrument Saz ist eines der kulturträchtigsten Musikinstrumente. Äußerlich ähnelt es der Gitarre, doch in dem bauchigen Korpus stecken eine ganz eigene Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Du hast vielleicht schon von diesem besonderen Instrument gehört, oder sie sogar schon einmal in der Hand gehabt? So oder so, die Reise der jungen Petra Nachtmanova kann Dich inspirieren! Unter dem Titel „Saz – von Berlin nach Khorassan“ sind ihre Erlebnisse auf dem Fernsehsender “arte” zu sehen.

Mit der Saz in den Iran

Petra Nachtmanova hat eine außergewöhnliche Reise unternommen, auf der Spur dieses faszinierenden Folkinstruments. In Berlin beginnt ihre Entdeckungstour, von dort aus führt sie ihre Reise weit in den Südosten. Schon früh wird deutlich wie verbreitet das Instrument ist. Sie findet schnell andere Saz-Spieler und erfreute Zuhörer, die den Klang des Folkinstruments kennen und schätzen. Es ist eine Reise, die auch die Frage nach der eigenen Identität aufwirft. Wo findet man den eigenen Platz im Leben? Muss die Kultur, in deren Fußstapfen Du trittst Deine Ererbte sein? Die Antwort ist komplex.

Die melancholischen Melodien sind Deine Begleiter, während Du Petra zu den Ursprüngen dieses Folkinstruments folgst. Mit ihrem Tontechniker macht sie sich zunächst auf nach Bosnien, das westlichste Land, in dem traditionell dieses Saiteninstrument gespielt wird. Von dort aus geht es nach Istanbul. Die Stadt ist nicht nur der wichtigste Anlaufpunkt für Saz-Musiker, sondern auch die Heimat einiger Personen, für die die Saz ein Instrument des politischen Widerstands war. Weiter geht es nach Anatolien. Die traurigen Lieder der lokalen Kultur stehen im direkten Gegensatz zu den melancholischen, aber lebensfreudigen Melodien, die Petra in Aserbaidschan erlebt.

Saz-Musiker sind dort fast so etwas wie Volkshelden. Ihre Reise endet in Khorassan im Iran, dem Ursprungsland dieses Folkinstruments. Hier findet Saz-Musik im kleinen Kreis statt. Die Melodien sind arhythmisch und doch ansprechend, sie sprechen von geselliger Verbundenheit und der omnipräsenten Melancholie, die den Klang dieses Folkinstruments begleitet.
Wohin ihre Reise Petra auch führt, überall trifft sie auf Personen, deren Leben von dem Instrument bestimmt wurde und wird. So unterschiedlich wie das Instrument sind auch die Menschen, die es spielen. Manche spielen in der Gruppe, andere ziehen sich in die Berge zurück, um sich ihrer Musik zu widmen, viele sind nachdenkliche Personen.

Den bewegenden Klang erleben

Die Saz hat einen besonderen Klang. Jede Region gibt ihr eine eigene Gestalt und Klangfarbe, dabei bleibt sie jedoch immer eine Saz. Petra Nachtmanova stellt das, vielleicht unbewusst, unter Beweis, indem sie an all ihren Stationen mit ihrer eigenen Saz versucht sich in den Rhythmus der Region einzufinden. Mit Erfolg gelingt es ihr, sich in das lokale Liedgut zu integrieren. Auch wenn dieses Folkinstrument in jeder Region ein wenig anders aussieht und von anderen Legenden begleitet wird, so bleibt es doch im Kern gleich. Saz-Spieler scheinen durch ihr Instrument kulturübergreifend verbunden zu sein.

„Die Saz gehört nicht in die Großstadt“, wird Petra auf ihrer Reise bewusst. Dieses Folkinstrument ist gemacht für Melodien, die in den Bergen entstehen, und doch spricht es auch in Großstädtern etwas an. Melancholie, aber keineswegs Hoffnungslosigkeit kommt in den traditionellen Liedern zum Ausdruck. Vielmehr sprechen sie von Bodenständigkeit und einer Verbundenheit zur Natur, wie sie vergessen, aber nie ganz verloren ist. Vielleicht startest Du Deine eigene Entdeckungsreise in die Welt dieses besonderen Folkinstruments?

Film in ganzer Länge: Saz – Von Berlin nach Khorassan Das Geheimnis der Saz

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