„The Dublin Session“ – das irische Album von ROME

Jérôme Reuter von ROME in Heidelberg

Am 6. Dezember 2019 veröffentlichte die luxemburgische Band ROME ihr zweites Album innerhalb eines Jahres. Diese hohe Produktivität verdient es, sich die neue Platte anzuhören. In dieser CD Kritik hinterfrage ich, wie gut zwei Alben in einem Jahr werden können. Der Kontrast der beiden Scheiben ist deutlich zu hören, auch wenn ROME ihrem Stil treu bleiben. Die Entstehungsgeschichte von „The Dublin Session“ ist ungewöhnlich.

14. Folk-Album der luxemburgischen Folkband

Seit 15 Jahren bringen ROME Alben auf den Markt, die sich vor allem durch großen Abwechslungsreichtum auszeichnen. Obwohl das Quartett um Jérôme Reuter seinen Stil selbst als Chanson Noir bezeichnet, wird ihre Musik in vielen CD Kritiken eher dem Folk Noir oder Neofolk zugeordnet. Daher gefällt ihre Musik einer breitgefächerten Hörerschar. Auch das neue Album „The Dublin Session“ wird nicht nur eingefleischten Fans zusagen. sondern wieder neues Publikum begeistern. Mit dem 14. Studioalbum werden Freunde des irischen Folk angesprochen.

Aus der Spontaneität geboren

Wie man aus dem Titel „The Dublin Session“ ableiten kann, wurden die Songs in der irischen Hauptstadt aufgenommen. Bandleader Jérôme Reuter erzählt von einer spontanen Entstehung: Befreundete Musiker hatten ein Studio zur Verfügung und organisierten eine Session, für die er binnen weniger Wochen die Stücke schrieb. Lange Planungen und akribisches Umschreiben einzelner Textzeilen waren aus Zeitgründen nicht möglich. ROME beschränken sich auf neun relativ kurze Lieder, deren Inhalt sich hauptsächlich auf irische Sagen und Politik stützt. Damit knüpfen sie an den Vorgänger „Le Ceneri Di Helidoro“ an, ein kraftvolles, beinahe aggressives Album, das sich auf allgemeine politische Verhältnisse konzentriert und provokante Fragen nach etwas Überdauerndem stellt.

Traditionelle Instrumente und moderne Gitarren

Cover des Albums "The Dublin Session" von ROME
Album „The Dublin Session“ von ROME auf Amazon.de

„The Dublin Session“ wird durch ein altes Gedicht eingeleitet, das vom befreundeten Künstler Brian Brody auf Gälisch eingesprochen ist. Dadurch bekommt auch das aktuelle Album eine alles überdauern wollende Richtung. Es folgt mit „Antenora“ das erste Lied mit irischem Flair. Zwar ist es musikalisch noch recht einfach und leicht melancholisch gehalten, weist aber schon auf die kommenden Songs hin, für die traditionelle Instrumente verwendet werden. Banjo, Fiddle und Uilleann Pipes sind im weiteren Verlauf immer wieder eingeflochten zwischen rhythmischem Gitarrensound, der nie zu stark in den Vordergrund rückt. Stattdessen ist das Zentrum, wie bei den meisten anderen Alben von ROME, die sonore Stimme von Reuter.

ROME veröffentlichen zwei deutsche Songs

Im dritten Song wird ROME vom schwedischen Musiker Thåström unterstützt, der bereits bei vorangehenden Longplayern zu hören war. Mit dem folgenden „Holy Ennui“ geht ROME auf die Feinheiten des irischen Folk ein. Nicht nur die bereits erwähnten traditionellen Instrumente kommen zum Einsatz. Der Rhythmus ist auch schneller und erinnert an typische Pubmusik, zu der in Irland geschunkelt und mitgesungen wird. Auch in die Lieder von ROME kann man sehr gut einstimmen, da die Texte verständlich gesungen werden. Die beiden Songs „Vaterland“ und „Mann für Mann“ haben sogar deutschsprachige Lyrics.

„The Dublin Session“ – Irischer Folk für zu Hause

Durch die verschiedenen Sprachen, die auf dem Album verwendet werden, wird „The Dublin Session“ in den Kontext vorheriger Scheiben von ROME gestellt. Diese forcieren immer wieder ein gemeinschaftliches Zusammenleben der Nationen. Die Band ROME präsentiert mit dem aktuellen Longplayer guten, irischen Folk mit tiefgründigen Lyrics über politische Differenzen und ein friedvolles Miteinander. Damit fesseln die Luxemburger ihre Hörer und transportieren den irischen Lebensstil in deren Wohnzimmer. Leider sind zum Zeitpunkt dieser CD Kritik keine Konzerttermine bekannt, so dass sich die Fans etwas gedulden müssen, um das ein oder andere Lied vom aktuellen Album „The Dublin Session“ live hören zu können.

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