„Driftin“ von Nobutthefrog: Folkiger Indie-Rock mit Geheimnissen

Nobutthefrog

Der Bandname macht mir – und wahrscheinlich nicht nur mir – auch nach mehrmaligem Lesen immer noch zu schaffen. Wie oft die Mitglieder ihn für verschiedene Booking-Agenten haben buchstabieren müssen, lässt sich nur erahnen. Heute stelle ich Euch das neue Album „Driftin“ der Band aus Nürnberg vor und lüfte auch das Geheimnis um den Bandnamen.

Driftin: Schaltjahralbum mit neuen Musikern

Wenn das neue Album in einem Schaltjahr erscheinen soll, dann doch am Schalttag. Genau dies dachten sich auch die Mitglieder von Nobutthefrog – und veröffentlichten Driftin am 29. Februar 2020. Der Titel des Albums erinnert an den Hippie-Slang der Sechzigerjahre und bedeutet so viel wie „herumstreunen“ oder „umherirren“. Gegründet wurde Nobutthefrog im Jahr 2016.

Die deutsche Folk Band stammt aus Nürnberg und besteht aus Anka (Annkathrin) Slavik und René Huber. Anka spielt Geige, Gitarre und Mandoline, René greift abwechselnd zu Gitarre und Mundharmonika. Vor Kurzem sind auch Schlagzeuger Chris und Kontrabassist Lorenz dazugestoßen. Sowohl Anka als auch René singen – und zwar mit Stimmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dass diese Stimmen immer harmonieren, lässt sich allerdings nicht behaupten. Aber mehr dazu später. Auf jeden Fall macht die Nürnberger Band einen sympathischen Eindruck – und das ist doch schon halb gewonnen, oder?

Album "Driftin" von Nobutthefrog
Album „Driftin“ von Nobutthefrog auf Amazon.de (Foto: Leos Olpp)

Folk-Songs zum Relaxen und Chillen

Wie Anka und René selbst behaupten, singen sie auf Deutsch und Englisch, da der deutschen Sprache oft die nötigen Wörter fehlen, um etwas Bestimmtes auszudrücken. Da bin auch ich mit Herz und Seele dabei und behaupte, dass sich das neue Album Driftin wunderbar zum Relaxen und Chillen eignet. Als musikalische Untermalung rund ums Lagerfeuer nach einer Surf-Session bieten die Songs auf Driftin eine perfekte Mischung aus akustischen Gitarrenriffs und authentischem Gesang. Hin und wieder lässt sich im Gesang eine Punknote vernehmen, die das Ganze eindeutig in Richtung Acoustic Rock schiebt.

Musik im kleinen Kreis

Als Anka und René noch ausschließlich als Duo auftraten, taten sie dies im engsten Kreis – beispielsweise in den Wohnzimmern ihrer Fans und Freunde. Mittlerweile zum Quartett herangereift, dürfte dies schwierig werden, zumal die Songs auf Driftin etwas temporeicher und härter sind als auf dem Vorgänger „King & Queen“. Nun möchten sich drei der vier Mitglieder demnächst auf eine Reise quer durch Europa machen und sich ihren Unterhalt als Straßenmusiker finanzieren. Das finde ich mutig – außerdem zeigt es, dass die Mitglieder auch abseits der Bühne gut miteinander auskommen.

Meine Rezension: Das hat mir gefallen

Wie bereits gesagt, finde ich die Songs auf Driftin wunderbar entspannend. Dabei driftet Nobutthefrog nie ins Süßliche oder Kitschige ab, was mich besonders gefreut hat. Positiv ist auch die Tatsache, dass es sich ausschließlich um Eigenkompositionen handelt. Normalerweise nisten sich auf den meisten Folk-Alben ein oder zwei Evergreens ein, ohne die sie ganz gut ausgekommen wären. Jedoch muss ich zugeben, dass ich von Folk hier herzlich wenig höre. Wäre da nicht die Geige, würde ich Driftin von Nobutthefrog ohne mit der Wimper zu zucken dem Indie-Rock-Genre zuordnen. Am besten gefallen hat mir „Slow“ – da erinnert mich Ankas Stimme an die Vokalakrobatik von Janis Joplin.

Meine Rezension: Das hat mir weniger gut gefallen

Für mich lässt der Gesang auf Driftin zu wünschen übrig. Zwar sind ungewöhnliche Harmonien in der Folk Musik gang und gäbe, doch hier geht es eher darum, dass das Niveau verbesserungsbedürftig ist. Da die Struktur der Songs bisweilen sehr einfach ist, spielt der Gesang eine umso größere Rolle. Wie bereits angedeutet, ergänzen sich die Stimmen von Anka und René nicht immer so, wie man es sich als Zuhörer wünscht. Allerdings ist das Potenzial aus jeder Strophe herauszuhören.

Und was ist mit dem Bandnamen?

Leser, sie wollten mir das Geheimnis nicht verraten! Nobutthefrog erwähnen lediglich, dass sie durch „unbeschreibbaren Unfug“ auf ihren Namen gekommen sind. Wir können jedoch rätseln: Ist der Name eine Anspielung auf die Redewendung „Sei kein Frosch“? Obwohl wir zu Spekulationen verdammt sind, müssen wir zugeben: Der Name sitzt.

Ich hoffe, Dir hat meine Rezension gefallen. Reinhören in das neue Album „Driftin“ lohnt sich unbedingt – vor allem dann, wenn Dir der Sinn nach Indie-Rock mit einer folkigen Note steht. Derzeit sind keine Tourdaten geplant. Doch mit ein wenig Glück erkennst Du die Mitglieder von Nobutthefrog beim Musizieren in verschiedenen europäischen Städten.


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